Verschiedene Ansätze zur Umsetzung der Baseler FRTB-Regeln

ERM
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01. Oktober 2018
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Von Jörg Schwerdtfeger, Veronika Ghedina

Der Baseler Ausschuss schlug in seinem Konsultationspapier vom Oktober 2013 und den darauf folgenden veröffentlichten Versionen für das überarbeitete Marktpreisrisiko-Rahmenwerk „Fundamental Review of the Trading Book (FRTB)“ neue Wege für den Umgang mit Marktpreisrisiken in den Handels- und Anlagebüchern der Banken vor. Der Baseler Ausschuss schätzt, dass die neuen Regeln zu einer annähernd mittleren Kapitalerhöhung von 22 Prozent und einer gewichteten durchschnittlichen Kapitalerhöhung von 40 Prozent [BCBS 2016] verglichen mit dem derzeitigen Rahmenwerk führen werden. Budgetberichte zur Umsetzung vom FRTB reichen von Kosten über 5 Millionen US-$ bis hin zu 250 Mio. US-$. Zentrale Neuerungen sind im (betriebs-)internen Modellansatz, in den Standardregeln und im Bewilligungsverfahren zu finden. Wesentliche Änderungen, die durch das FRTB eingeführt wurden, umfassen eine strengere Trennung der Handels- und Anlagebücher. Unabhängig davon, ob Banken standardisierte oder interne Modelle verwenden, müssen sie ihre Bestände überprüfen, um festzustellen, ob bestehende Klassifizierungen von Wertpapieren und Handelstische „Desks“ sowie Handels- oder Anlagebücher weiterhin anwendbar sind oder ob eine Überarbeitung der Desk-Struktur erforderlich ist. Im vorhergehenden Artikel „Critical appraisal of the Basel fundamental review of the trading book regulation“ [Orgeldinger 2017] wurden die theoretischen Grundlagen des internen Modellansatzes (IMA) analysiert und die Kritikpunkte für FRTB-Risikomodelle untersucht. Ein neuer Fülle von Regeln macht den bestehenden Zeitplan für die Umsetzung praktisch unmöglich. In diesem Artikel präsentieren und beurteilen wir kritisch verschiedene Ansätze zur Umsetzung der neuen Regeln, die von Akademikern und großen Beratungsunternehmen vorgeschlagen wurden.

Die weltweite Finanzkrise von 2008 hat sich stark auf die Umsetzung der Baseler Reglementierung ausgewirkt [Lobanov et al. 2012, S. 133ff. und Friedmann und Kraus 2011]. Die durch die FRTB-Verordnung eingeführten Änderungen sind essentiell für die Banken. Die Verbesserung neuer interner Modelle und zahlreiche Änderungen der Marktpreisrisiko- und Finanzierungsverfahren mussten vorbereitet werden, um ab dem 2. Januar 2018 höhere Kapitalkosten für Finanzmarktaktivitäten zu vermeiden. Zu den Anforderungen der FRTB gehört eine geplante 12-monatige Backtesting-Periode für alle internen Modelle, die vor März 2019 eingeführt wurden. In diesem Artikel werden verschiedene Modelle und Methoden zusammengefasst, die bei Unternehmensberatungen und in der Akademia zur Einführung der neuen Standards angewendet werden. Die folgende Tabelle 1 enthält eine Liste der wichtigsten Unternehmen, die sich mit der Implementierung von FRTB beschäftigen.

Die Umsetzung muss in verschiedenen Phasen erfolgen. Die Berechnungen und technischen Anforderungen, sowie organisatorische Angelegenheiten und Vorteile der verschiedenen Implementierungsansätze werden später noch im Artikel ausgearbeitet und diskutiert.

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 08/2018. Die Ausgabe ist seit dem 26. Oktober 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autor:
Dr. Jörg Orgeldinger, MBA (UK) ist ein Finanzberater aus Düsseldorf. Er begann seine Karriere bei der Westdeutschen Landesbank, wo er seine Ausbildung zum Bankkaufmann absolvierte. Er verfügt über mehr als 16 Jahre Erfahrung in den Bereichen Finanzen, Kreditrisiko, Unternehmensbewertung und Finanzbuchhaltung. Orgeldinger hat für die führenden Finanzinstitute in Europa gearbeitet, wie McKinsey, UBS (Zürich), HamburgLB, Lloyds PLC of London, HSBC (London), Sal. Oppenheim Luxembourg, Unicredit (Mailand), ABN AMRO (Amsterdam) etc. und ist an Fakultäten verschiedener deutscher Hochschulen für Rechnungs- und Finanzwesen tätig.

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