Jede zehnte Bank von der Schließung bedroht

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18. September 2015

Einer aktuellen Studie zufolge ist jede zehnte Bank in Europa in den nächsten fünf Jahren von der Schließung bedroht. Die Banken litten unter einem starken Kostendruck sowie neuen Regulierungen, die für viele Institute das Aus bedeuten könnten. Mehr als ein Drittel der europäischen Banken würden als „Wackelkandidaten“ gelten.

 

Trotz überdurchschnittlicher Leistungen und Kostensenkungen würden die Institute „immer weiter an Boden verlieren.“ Nur jene Institute, die sich deutlich bei Kosten, Ertrag und Digitalisierung vom Wettbewerb absetzten, hätten eine Überlebenschance. Das teilte die internationale Unternehmensberatung A.T. Kearney anlässlich der Vorstellung ihres Retail Banking Radar 2019 mit.

Wie es weiter hieß, hätten seit der Finanzkrise vor zehn Jahren europaweit 24,6 Prozent der Banken geschlossen. Die Zahl der Bankangestellten hätte sich um rund zwölf Prozent bzw. 1,3 Prozent pro Jahr verringert. In den nordischen Ländern seien in den letzten zehn Jahren sogar mehr als 50 Prozent aller Filialen geschlossen worden. Die Marktkonsolidierung werde allerdings noch fünf bis zehn Jahre andauern.

Auch in Deutschland nehme das Filialnetz jedes Jahr um zwei bis drei Prozent ab. In keinem Land Europas außer Frankreich sei die Ertragskraft des klassischen Privatkundengeschäfts so schwach wie hierzulande. Der Grund hierfür sei der zersplitterte Markt, der zudem noch stark umkämpft sei. Mit einer Cost-Income-Ratio von 69 Prozent halte man mit Frankreich (70 Prozent) die beiden letzten Plätze im Ranking.

Düster sieht es den Angaben zufolge in Deutschland auch beim Ertrag pro Kunde aus. Auch hier verliere die Bundesrepublik 1,3 Prozent und lande damit weit hinter Frankreich mit 10,4 Prozent. (ud)