HRE bleibt nicht trocken

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13. Mai 2008
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Von Peter Herkenhoff

Die Hypo Real Estate AG (HRE) ist im Zuge der aktuellen Finanzmarktkrise nicht trocken durch den Regen gekommen und musste einen Gewinneinbruch verzeichnen. Grund sind Abschreibungen auf strukturierte Finanzprodukte sowie Nachwirkungen der Übernahme der Depfa Bank.

FRANKFURT, 7.5.2008. Der Immobilien- und Staatsfinanzierer Hypo Real Estate AG (HRE) ist im Zuge der aktuellen Finanzmarktkrise nicht trocken durch den Regen gekommen. Wegen Abschreibungen auf strukturierte Finanzprodukte und abzüglich der Effekte einer Wandelanleihe im Zusammenhang mit der Übernahme der Depfa Bank hat die Bank im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verzeichnet. Das bereinigte Vorsteuerergebnis fiel auf 6 Mio. EUR. Einschließlich der Wandelanleihe lag das Vorsteuerergebnis bei 190 (304) Mio. EUR. Das bereinigte Ergebnis nach Steuern betrug 135 Mio. EUR, was einer Eigenkapitalrendite von 7,2 % entspricht. Natürlich sei er über die Gewinnsituation enttäuscht, sagte Finanzvorstand Markus Fell während einer Telefonkonferenz. Zugleich verwies er auf andere Banken, die im Zuge der anhaltenden Kreditkrise hohe Verluste verzeichnet hätten. Das Kerngeschäft sei trotz allem "ziemlich stabil". "Die ersten drei Monate 2008 waren für unsere Branche sicherlich das schwierigste Quartal seit vielen Jahren", wird der HRE-Vorstandsvorsitzende Georg Funke zitiert. Die Belastungen dürften nicht den Blick dafür verstellen, dass das operative Geschäft in den Kerngeschäftsfeldern zufriedenstellend und teilweise erfreulich verlaufen sei. Wegen der volatilen Märkte sei es derzeit jedoch nicht möglich, konkrete Aussagen über den weiteren Geschäftsverlauf 2008 zu treffen. Das Segment Commercial Real Estate, das das deutsche und internationale gewerbliche Immobilienfinanzierungsgeschäft umfasst, steigerte das Vorsteuerergebnis wegen höherer operativer Erträge, einer konstante Entwicklung der Kreditrisikovorsorge und eines geringeren Verwaltungsaufwandes auf 164 (153) Mio. EUR. Das Segment Public Sector & Infrastructure Finance, das vor allem das Staatsfinanzierungsgeschäft der Depfa sowie die Infrastrukturfinanzierungen umfasst, erreichte ein Vorsteuerergebnis von 172 (160) Mio. EUR. Ein deutlicher Rückgang beim Finanzanlageergebnis infolge geringerer Veräußerungen von Finanzanlagen konnte durch sehr erfreuliche Entwicklungen beim Zinsüberschuss und beim Handelsergebnis mehr als kompensiert werden. Das Ergebnis des Segments Capital Markets & Asset Management war geprägt durch die Auswirkungen der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und den sich daraus ergebenden Verschlechterungen der Risikoprämien. Das Segment schloss das erste Quartal mit einem Vorsteuerergebnis von minus 19 (plus 27) Mio. EUR.