Finanzkrise belastet Dresdner Bank

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13. Mai 2008
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Von Rüdiger Schoß

Hohe Abschreibungen und ein deutlicher Rückgang des Zinsüberschusses haben die Dresdner Bank AG im ersten Quartal in die roten Zahlen geführt. Die Einnahmen der Allianz-Tochtergesellschaft sanken in den ersten drei Monaten auf 669 Mio von 900 Mio EUR, während sie wegen der Finanzkrise 845 Mio EUR abschreiben musste. Unter dem Strich blieb deshalb ein Minus von 513 Mio EUR, nachdem im Vorjahr noch 612 Mio EUR als Periodengewinn ausgewiesen worden waren. Analyst Robert Mazzuoli von der Landesbank Baden-Württemberg sagte zu dem Quartalsbericht, der Geschäftsbereich Bank der Allianz SE habe unter den Turbulenzen an den Finanzmärkten gelitten. "Der Handlungsdruck, das Bankgeschäft zu sanieren, steigt somit erneut." Der vage Ausblick für den Allianz-Konzern hänge allein mit der Unsicherheit über die stark schwankenden Ergebnisse der Bank zusammen. Um die Trennung vom Investmentbanking zu ermöglichen, will die Allianz die Spaltung der Dresdner Bank in zwei eigenständige Töchter bis Ende August vollziehen. Dann könne für die Eintragung ins Handelsregister noch die Bilanz 2007 verwendet werden, sagte Allianz-Vorstand Helmut Perlet während einer Telefonkonferenz. Die Kosten für die Spaltung in eine Privat- und Firmenkundenbank (PCC) sowie eine Investmentbank (Dresdner Kleinwort) bezifferte er auf einen "kleineren zweistelligen Millionenbetrag". Angesichts der Finanzmarktturbulenzen seien keine aussagefähige Prognosen über die künftige Ergebnissituation der Bank möglich. Weitere Abschreibungen seien nicht auszuschließen, obwohl mit einer Stabilisierung der Preise im Jahresverlauf zu rechnen sei. Die operativen Erträge der Dresdner Bank fielen im ersten Quartal vor allem wegen der Abschreibungen auf forderungsbesicherte Wertpapiere im Handelsbuch um 64,5% auf 719 Mio EUR. Der Provisionsüberschuss verringerte sich auf 604 (789) Mio EUR, was auf das veränderte Marktumfeld zurückzuführen sei, das zu geringeren Erträgen im Bereich des Wertpapiergeschäfts geführt habe. Die Cost-Income-Ratio des Frankfurter Kreditinstituts stieg au  161,6% (66,9%). Ende des Quartals hatte die Dresdner Bank noch ABS-Papiere mit einem Volumen von 10,1 Mrd EUR in den Büchern stehen. Nach Abschreibungen betrug das Nettoexposure 8,1 Mrd EUR. Nach der Neubewertung ist die Dresdner Bank mit 1,0 Mrd EUR in Collateralized Debt Obligations (CDO) investiert. Zum Jahresende waren die Papiere noch 1,5 Mrd EUR wert. Bei US-amerikanischen Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS), die bislang mit 1,4 Mrd EUR in den Büchern standen, beträgt der Wert nun 0,9 Mrd EUR. Dabei sank der Wert zweitklassiger Papiere auf 251 (573) Mio EUR. Andere Asset Backed Securities (ABS) wurden von 6,3 Mrd auf 6,2 Mrd EUR abgewertet. Credit Enhancements bewertet die Bank aktuell mit 2,1 Mrd EUR. Der bisherige Buchwert betrug 2,9 Mrd EUR.    Das Structured Investment Vehicle (SIV) K2 bewertet die Bank mit 13,5 Mrd nach 16,4 Mrd EUR zu Jahresende. Rund 70% der strukturierten Papiere waren Ende des ersten Quartals mit der Bestnote "AAA" geratet. Über ein "BB" oder schwächer verfügte  14% der Papiere, während 5% mit "BBB" versehen waren.