Deutschland spart durch Niedrigzinsen 180 Mrd. Euro

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21. Februar 2019
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Andrea Thomas

Der Grünen-Haushaltsexperten Sven-Christian Kindler betonte, dass EZB-Chef Mario Draghi die schwarze Null im Bundeshaushalt erst möglich gemacht habe. Während andere Länder in Europa unter der Krise gelitten hätten, habe der deutsche Staat von der Euro-Krise profitiert.

Durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) infolge der Finanzkrise hat die Bundesregierung Zinsausgaben von 180 Mrd. Euro gespart. Das geht es aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Grünen-Haushaltsexperten Sven-Christian Kindler hervor, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Danach war die Bundesregierung in ihrer jeweiligen Mittelfristplanung davon ausgegangen, dass für die Schulden zwischen 2008 und 2018 Zinsen in Höhe von 484,8 Mrd. Euro gezahlt werden müssen. Tatsächlich seien dank der Niedrigzinsen aber nur Kreditkosten von 304,5 Mrd. Euro fällig geworden, hieß es in der Antwort. Das Finanzministerium konnte nicht zu einer Stellungnahme erreicht werden.

„EZB-Chef Mario Draghi hat die schwarze Null im Bundeshaushalt erst möglich gemacht“, sagte Kindler dem RND. „Während andere Länder in Europa unter der Krise gelitten haben, hat der deutsche Staat massiv von der Euro-Krise profitiert“, so Kindler. Daher müsse Deutschland sich jetzt stärker für ein krisenfestes und solidarisches Europa engagieren. (DJN)

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