Bundesbank: Deutsche Konjunktur startet verhalten ins neue Jahr

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18. Februar 2019
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Hans Bentzien

Die Notenbank weist in ihrem aktuellen Monatsbericht auf schwache Auftragseingänge und Stimmungsdaten aus der Industrie hin. Derzeit belaste eine Vielzahl von Faktoren die Stimmung der Firmen wie etwa die Unsicherheit über den Brexit oder der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung der Bundesbank verhalten ins neue Jahr gestartet, dürfte aber trotzdem weiter wachsen. In ihrem aktuellen Monatsbericht für Februar weist die Bundesbank einerseits auf schwache Auftragseingänge und Stimmungsdaten aus der Industrie hin, sie macht aber andererseits auch auf den anhaltenden Boom im Bausektor und die guten Rahmenbedingungen für den privaten Konsum aufmerksam. „Die konjunkturelle Grundtendenz bleibt voraussichtlich auch nach der Jahreswende verhalten", heißt es in dem Bericht.

 

Laut Bundesbank signalisiert der abseits der Kfz-Branche rückläufige Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe, dass die Industriekonjunktur während der Wintermonate kaum wieder an Schwung gewinnen wird. In diese Richtung wiesen auch die stark eingetrübten Geschäftserwartungen in wichtigen Wirtschaftszweigen gemäß Umfragen des Ifo-Instituts und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), was die Investitionsneigung hemmen dürfte. Gegenwärtig belaste eine Vielzahl von Faktoren die Stimmung der Unternehmen.

 

Hierzu zählt die Bundesbank die Unsicherheit über den Brexit, die politischen Entwicklungen in einigen Ländern des Euroraums sowie den weiterhin schwelenden Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China. „Allerdings gibt es auch keine Anzeichen dafür, dass die Verlangsamung in einen Abschwung übergeht", konstatiert die Bundesbank.

 

Stützender Effekt fiskalischer Maßnahmen

 

So lösten sich zum einen einige der belastenden Sonderfaktoren aus dem Sommer des letzten Jahres auf, zum anderen sprächen die weiterhin sehr gute Arbeitsmarktlage und die kräftige Lohnentwicklung dafür, dass der private Verbrauch wieder anziehe und so ein Gegengewicht zu den dämpfenden Einflüssen bilde. Hinzu komme der stützende Effekt fiskalischer Maßnahmen, die Anfang 2019 in Kraft traten.

 

Die Bundesbank rechnet damit, dass der Boom im Bausektor anhalten wird. Allerdings werde dieser Wirtschaftszweig wegen der hohen Kapazitätsauslastung wohl keine zusätzlichen Wachstumsimpulse liefern.

 

Mit Blick auf das vierte Quartal, für das das Statistische Bundesamt am Freitag detaillierte BIP-Daten vorlegen wird, sieht die Bundesbank positive Impulse vom Staatskonsum. Die gewerblichen Investitionen seien nur leicht gestiegen und der private Konsum ohne Schwung geblieben, urteilte die Bundesbank. Zusätzliche Impulse vom Bau hat es ihrer Einschätzung wohl nicht gegeben, negative Impulse dagegen von den Lagerveränderungen.

 

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands hat im vierten Quartal 2018 stagniert, nachdem es im dritten Quartal um 0,2 Prozent gesunken war. (DJN)

 

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