6 Mrd. Dollar: Lehman teuerste Insolvenz der Geschichte

ERM
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17. Januar 2019
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Von Katy Stech Ferek

Die Abwicklung der gescheiterten Investmentbank Lehman Brothers und das Verteilen der verbliebenen Gelder hat laut Federal Reserve Bank of New York fast 6 Mrd. US-Dollar gekostet. Es sei damit die teuerste Insolvenz der Geschichte.

Die Zweigstelle der US-Notenbank veröffentlichte nun ihre Aufstellung über die Kosten für Berater, die Abwicklung der Bank und die Abfindung für Mitarbeiter und vieles mehr. Es ist demnach der erste Bericht, der die Gesamtkosten der Abwicklung ermittelt hat. Lehman Brothers war bis zum Ausbruch der Finanzkrise die viertgrößte Investmentbank in den USA. Den bisherigen Rekord für die teuerste Insolvenz der Geschichte, was die Beraterhonorare und andere Kosten angeht, hielt bislang die Abwicklung des Energiehändlers Enron, die nicht einmal die Schwelle von 1 Mrd. Dollar erreichte.

Beraterhonorare in den USA sind immens hoch, sie können über 1.400 Dollar je Stunde betragen. Die Kostenaufstellung der Lehman-Abwicklung ist eine Mahnung, wie teuer eine Insolvenz sein kann. Unternehmen flüchten sich in den USA gerne in den Gläubigerschutz, wenn die Situation ausweglos erscheint. Angesichts der hohen Kosten kann sich ein solcher Weg jedoch als zu teuer erweisen.

1978 hatte die Überarbeitung der Regeln für das Gläubigerschutzverfahren das Limit für Beraterhonorare aufgehoben. Seitdem widmen sich hoch spezialisierte Anwälte und Banker solchen Prozessen und lassen sich ihre Arbeit bei sterbenden Unternehmen gut bezahlen. Im Fall Lehman wurden aber nicht überdurchschnittlich hohe Honorare gezahlt. Üblicherweise liegen die Kosten bei 1,4 bis 3,4 Prozent der Vermögenswerte, die abgewickelt werden. Bei Lehman war es die gigantische Summe von 300 Mrd. Dollar an Vermögenswerten. Daran gemessen liegen die Kosten der Abwicklung mit 2 Prozent im Mittelfeld. (DJN) 

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